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Generalfeldmarschall Georg Freiherr von DerfflingerDer "Moltke des Großen Kurfürsten" |
| 10. März 1606 | wurde Georg Derfflinger als "geringe Leute Kind" in Neuhofen an der Krems (Oberösterreich) geboren. | |
| 1620 | tritt Georg Derfflinger in das böhmische Heer des Grafen v. Thurn ein und nimmt wahrscheinlich an der Schlacht am Weißen Berg bei Prag (8. November) teil, in der die Truppen des böhmischen "Winterkönigs", Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, vernichtend geschlagen wurden. | |
| 1632 | fällt der schwedische König Gustav II. Adolf in der Schlacht bei Lützen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Derfflinger bereits im schwedischen Dienst. | |
| 1634 | wurde er als Oberstleutnant im Regiment des Grafen v. Hoditz erstmals offiziell erwähnt. | |
| Oktober 1635 | diente Derfflinger als Generaladjutant im Stab des Feldmarschalls Banér. Einen Monat später führte er das Regiment von General Torstenson. | |
| 1636 | überfiel und schlug Derfflinger mit seinen Truppen sächsische Einheiten bei Halle. Teilnahme an den Kampfhandlungen in Thüringen und Franken. | |
| 1639 / 40 | wurde Georg Derfflinger Oberst der schwedischen Kavallerie. Ein eigenes Regiment hatte er allerdings nicht. Nach Banérs Tod kam es im schwedischen Heer, infolge des ausbleibenden Soldes, zu Unruhen und ernsthaften Disziplinlosigkeiten. Derfflinger führte mit dem schwedischen Statthalter erfolgreich mehrere Verhandlungen, kehrte mit einer größeren Summe zum Heer zurück und konnte damit dessen Einsatzfähigkeit erhalten. | |
| 1642 | begab sich Derfflinger in Begleitung eines weiteren Offiziers zum Siebenbürgischen Fürsten Rákóczy, um ihn zum Kriegseintritt zu bewegen. Ende des Jahres wurde er vom Feldmarschall Torstenson zur Berichterstattung nach Stockholm geschickt. | |
| März 1643 | berichtete Derfflinger dem einflußreichen schwedischen Kanzler Oxenstierna mehrfach von seiner Siebenbürgischen Reise sowie über die militärische Lage auf dem deutschen Kriegsschauplatz. Als Dank erhielt Derfflinger von der Königin Christina ein Schreiben und die Zusicherung einer jährlichen Rente, die aber nie ausgezahlt wurde. | |
| 26. Jan. 1646 | heiratete Derfflinger in der Berliner Nikolaikirche Margaretha Tugendreich v. Schapelow aus Gusow. | |
| 24. Okt. 1648 | beendete der Westphälische Frieden den Dreißigjährigen Krieg. Derfflinger verläßt das schwedische Heer und ging nach Brandenburg. | |
| 1651 | begann der Kauf der brandenburgischen Güter Gusow und Platkow, wofür er 21 136 Taler zahlte. Gusow wurde sein neuer Wohnort. Als er starb gehörten 6 märkische und 14 ostpreußische Güter, je ein Haus in Berlin und Königsberg sowie eine umfangreiche Barschaft zu seinem Eigentum. | |
| 16. Aug. 1655 | trat Derfflinger als ältester Generalwachtmeister in das brandenburgische Heer ein und begann mit der Aufstellung von Regimentern. Tod seiner ersten Frau. In zweiter Ehe heiratete Derfflinger Barbara Rosina v. Beeren. Er nahm an den Kämpfen in Polen und Ostpreußen teil (1. Nordischer Krieg). | |
| 11. Juni 1657 | erfolgte seine Beförderung zum Generalleutnant. Ein Jahr später Ernennung zum Generalwachtmeister (Chef der Artillerie) sowie persönliche Teilnahme am "dänischen Feldzug" und an den Kämpfen gegen die Schweden in Vorpommern. | |
| 18. Feb. 1670 | erhielt er seine Bestallung als Generalfeldmarschall. Ernsthafte Meinungsverschiedenheiten mit Kurfürst Friedrich Wilhelm, wegen angeblich "zu später Beförderung". | |
| 1674 | reiste Derfflinger mit zahlreichen kurfürstlichen Vollmachten nach Den Haag, um mit Prinz von Oranien über die Zahlung von Hilfsgeldern für die brandenburgische Armee zu verhandeln. Zu seinem 68. Geburtstag wurde der Generalfeldmarschall vom deutschen Kaiser Leopold I. in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Anschließend Teilnahme am Rheinfeldzug. | |
| 15. Juni 1675 | gehörte Derfflinger zu den ersten, die den Kampf gegen die Schweden in der Stadt Rathenow aufnahmen. | |
| 18. Juni 1675 | brachte die "Schlacht bei Fehrbellin" den ersten Sieg des brandenburgischen Heeres unter dem "Großen Kurfürsten". Der 69jährige Derfflinger kämpfte stets in vorderster Front. | |
| 1675 - 1679 | nahm Derfflinger an allen wesentlichen Schlachten, erfolgreichen Belagerungen (Stettin, Stralsund, Greifswald, Anklam) sowie am preußischen Winterfeldzug innerhalb des brandenburg-schwedischen Krieges teil. | |
| 1686 | organisierte Derfflinger die Aufstellung eines brandenburgischen Hilfskorps für das kaiserliche Heer im Kampf gegen die Türken. Vor Ofen (Budapest) fiel sein Sohn Karl. | |
| 09. Mai 1688 | starb Kurfürst Friedrich Wilhelm in Berlin. Sein Sohn Friedrich III. wurde sein Nachfolger, dem der greise Feldmarschall bis zu seinem Lebensende diente. | |
| 25. Dez. 1688 | übernahm Derfflinger seine Funktion als preußischer Statthalter. Dort blieb er bis April des folgenden Jahres. | |
| 1689/ 1690 | kam es zu seinen letzten militärischen Einsätzen vor Bonn und während des niederländischen Feldzuges. | |
| 04. Feb. 1695 | starb Generalfeldmarschall Georg Freiherr v. Derfflinger fast 89jährig in Gusow, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand. |
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Sein Verdienst bestand vor allem darin, dass er an der Seite des "Großen Kurfürsten" das stehende Heer und damit eine wichtige Stütze der
brandenburgischen Außenpolitik aufbaut. Außerdem nahm er Einfluß bei der Herausbildung eines neuen, nicht mehr auf Söldnertum basierenden Soldatengeistes
und einer leistungsfähigen "Wehrverwaltung". Während der vielfältigen militärischen Bewährungsproben konnte Generalfeldmarschall Georg v. Derfflinger
nicht nur seine miltärischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, sondern kämpfte größten Teils auch in vorderster Reihe mit.
Der Name Derfflinger und seine Verdienste fanden in der Traditionspflege der preußischen und kaiserlichen Armee häufig Verwendung. Am 30. Dezember 1709 bildete der erste König in Preußen, Friedrich I., das "Dörfflingersche Regiment" zu acht Dragonerkompanien. Später erhielt das Regiment den Namen "Grenadiers zu Pferd" bzw. "Dragoner-Regiment Freiherr von Derfflinger (Neumärkisches) Nr. 3". Im Ersten Weltkrieg gab es einen Schlachtkreuzer "Derfflinger". Obwohl eine Schriftenreihe aus dem Jahre 1838 mit dem eindringlichen Namen "Borussia" einleitend bekennen mußte: "Obschon nicht Preuße von Geburt, hat Derfflinger doch dem selbstgewählten Vaterland die wichtigsten Dienste geleistet, zu dessen rühmlichen Erhebung viel beigetragen und ist mit den vornehmsten Geschlechtern diese Landes in Blutsverwandtschaft getreten." Das "Deutsche Adelsblatt", Ausgabe 2/1965, nennt zuerst den Reichsgründer Otto v. Bismarck. Er stammte sogar "zweimal von Derfflinger" ab, denn Bismarcks Urgroßmutter, Stephanie v. Bismarck, war eine geborene v. Dewitz. Somit gehörte der "Reichsgründer" zu den Nachkommen der dritten Generation. Weitere Beispiele sind: der Fürst Otto von Schönburg, die Familien v. d. Marwitz, v. Podewils, v. Zieten, v. Schönburg-Glaucha, v. Haugwitz, Graf Heinrich zu Stolberg-Wernigerode, Prinz Heinrich LVIII zu Reuß-Köstritz. Auch der Großherzog Friedrich Franz von Mecklenburg-Schwerin gehörte zu den Nachkommen und auch die ehemalige Kronprinzessin Cecilie sowie ihr Sohn Prinz Louis Ferdinand von Preußen. |
Literaturempfehlung:
Herrmann, Gerd-Ulrich: Freiherr von Derfflinger. In: Preußische Köpfe. Stapp-Verlag 1997 (ISBN 3-87776-178-X)